Ostermarsch-Archivseite
der Vorbereitungsgruppe Ostermarsch
c/o Bürgerinitiative OFFENe HEIDe

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Aktive aus der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe, aus Sozial-, Umwelt- und Friedensbewegungen, aus Gewerkschaften, Kirchen und Parteien, gestalten seit 29 Jahren Ostermärsche, insbesondere im Norden Sachsen-Anhalts, sie führten u.a. nach Colbitz, Gardelegen, Hillersleben, Haldensleben, Dolle, Petersberg/Halle, Letzlingen, Magdeburg, Stendal, Wolmirstedt.
Kundgebung und Demonstration zum anti-Kriegstag / Welt-Friedenstag
und 336. Friedensweg der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe
Sonntag 05. September 2021
-
11 Uhr,
Domplatz in 39104 Magdeburg
Damit wurde das eigentlich zum Ostermarsch geplante Programm nachgeholt.

Liebe Freundinnen und Freunde, diese September-Veranstaltung wurde von der Vorbereitungsgruppe als Ostermarsch 2021 und 331. Friedensweg bereits mit der Option einer pandemiebedingten Verschiebung zum anti-Kriegstag/Welt-Friedenstag 2021 geplant.
Bild/ Foto cc:BI OFFENe HEIDe

Bild Foto: cc BI OFFENe HEIDe
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"Ein guter Tag in jeglicher Hinsicht", so das Fazit von Martin Rühmann nach dem Konzert seiner Band auf dem Domplatz in Magdeburg. Diese Einschätzung gilt auch für den ganzen Tag. Nachgeholt wurde das Programm des Ostermarsches, welches auf Grund der Corona-Pandemie seinerzeit nicht möglich war. Das Motto "Bundeswehr giert" passt nicht in das Bild der im Inland bei der Bewältigung der Hochwasserfolgen und der Corona-Pandemie in das Schlaglicht gerückten Bundeswehr. So hielten sich die Medien bei der Ankündigung des Ereignisses zurück.

Über 100 Menschen gingen an diesem Spätsommertag auf die Straße und den Domplatz, mit 93 Jahren der älteste Teilnehmer und drei Jahre alt die Jüngste. Bereits um 8 Uhr starteten neun Personen mit dem Fahrrad auf die GedächtnisFahrradfahrt und beschrieben diese als sehr entspannt. Derweil war auf dem Domplatz Geschäftigkeit beim Aufbau der Bühne und der Stände des Marktes der Möglichkeiten. Die Schwierigkeiten mit technischen Schnittstellen wurden mit Improvisation gelöst und somit der Tag gerettet.

Domprediger i. R. Giselher Quast sah seinen Platz lieber bei den Menschen vor dem Dom als bei der Laienpredigt eines Reserveoffiziers im Dom. Hass und Vergeltung wie die Reaktion des US-Präsidenten Joe Biden auf die jüngsten Anschläge in Afghanistan sind die falschen Signale.

Der Kabarettist Lars Johansen setzte sich u.a mit dem Motto "Bundeswehr giert" auseinander und folgerte: "Gieren hat nämlich nicht nur etwas mit gierig zu tun, sondern bezeichnet auch das Drehen um sich selber."

Der Friedensweg mit etwa 70 Personen führte zum Karrierezentrum der Bundeswehr. Daniel Lücking schilderte dort seine Entwicklung vom unpolitischen jungen Mann zum kritischen Journalisten. Als ehemaliger Bundeswehroffizier mit Auslandseinsätzen kann er aus dem Innenleben der "Parlamentsarmee" oder besser "Regierungstruppe" berichten. "Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es mit uns heute immer noch tun..." Diese Worte von Hannes Wader haben an Aktualität nichts verloren. Es ist an der Zeit, auf die Straße zu gehen, sich an Aktionen gegen die Kriegsgefahr zu beteiligen! Ein solches Karrierezentrum ist die Beschaffungsstelle der Bundeswehr für neues Kanonenfutter. Den jungen Menschen wird ein heiles Bild von der Bundeswehr vorgegaukelt und die Gräuel eines Krieges werden ausgeblendet. Der Bundeswehr wurden Botschaften der Veranstaltung in den Briefkasten gesteckt. Jan Blümel begleitete den Aufzug musikalisch mit passenden Liedern. Mit von der Partie auch der kleine "Karrieretruck" der OFFENen HEIDe mit Aufschrift "Werben fürs Sterben". Dazu rezitierte Sabine Zimmerhäkel ihr Soldatenlied: "Wach auf Soldat, wach auf! Komm endlich selbst darauf: KRIEGE SIND DER FALSCHE WEG, WENN'S IN DER WELT UM FRIEDEN GEHT, DIE ZUKUNFT AUF DEM SPIELE STEHT! Wach auf Soldat, wach auf!"

In der Lokalpresse war zu lesen, dass das Gefechtsübungszentrum Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide auch nach dem gescheiterten Afghanistan-Einsatz voll ausgelastet ist. Von den Einsatzfeldern Mali und Litauen ist die Rede, von "Vornepräsenz" und Abschreckung gegenüber Russland.

Der Markt der Möglichkeiten bot einen kleinen Querschnitt von gesellschaftlichen Aktivitäten in der Region, ähnlich wie auf den #'Unteilbar-Demonstrationen.

René Hempel von der Linksfraktion im Stadtrat und Katrin Skirlo vom DGB äußerten auf der Abschlusskundgebung ihr Unverständnis für die weitere Aufrüstung, wo die Gesellschaft vor ganz anderen Herausforderungen steht
. Aufruf | Rundbrief

Vor dem Karrierezentrum der Bundeswehr schilderte Daniel Lücking seine Entwicklung vom unpolitischen jungen Mann zum kritischen Journalisten. Als ehemaliger Bundeswehroffizier mit Auslandseinsätzen kann er aus dem Innenleben der "Parlamentsarmee" oder besser "Regierungstruppe" berichten. Dazu nachfolgendes AUDIO:

Fahrradgedächtnisfahrt / Friedens-Tatorte am 05.09.2021
Bild  Foto: cc BI  OFFENe HEIDe David Schliesing:" Was unterscheidet Kunst in Friedens- und Kunst in Kriegszeiten? Diese Frage berührt einen, vielleicht sogar den existentiellsten Kern von Kunst im allgemeinen. Wir stehen heute vor dem Theater Magdeburg. Hier habe ich drei Jahre als Chefdramaturg für Schauspiel politisches Theater gemacht. Und natürlich ist Theater mein Leben, Theater ist für mich der Ausdruck vom Willen in der Welt zu wirken: als Spiegel oder als Vergrößerungsglas gesellschaftlicher Kritik und ihrer kollektiven Erfahrung im Moment der Wahrnehmung durch ein Publikum. Und genau um dieses Spannungsverhältnis dreht sich die darstellende Kunst. Eine gesellschaftliche Erfahrung wird im Spiegelbild der Fiktion plötzlich kollektiv erfahrbar,
der Zuschauer erlebt sich selbst und seine Beziehung zur Welt in kritischer Distanz über die Bande der Theaterbühne...." Zum Redebeitrag
 
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Programm 05.September 2021 :

10:30 Uhr Begrüßung
am Willy-Brandt-Platz vor dem Magdeburger Hauptbahnhof

11:00 Uhr Beginn auf dem Domplatz
Worte aus der Kirche durch Giselher Quast, Domprediger i.R.
Entrée mit Lars Johansen, Kabarettist

Friedensweg

begleitet mit Friedensliedern handgezupft und gesungen durch Jan Blümel

Zwischenkundgebung
am Karrierezentrum der Bundeswehr, Am Buckauer Tor

es spricht Daniel Lücking, Journalist

Begrüßung
Auftakt mit Martin Rühmann Band
14:00 Uhr Kundgebung auf dem Domplatz
es sprechen,
René Hempel, Co-Vorsitzender der Stadtratsfraktion DIE LINKE. Magdeburg,
Katrin Skirlo DGB-Region Altmark-Börde-Harz

danach openair-Konzert mit der Martin Rühmann Band
Die Martin Rühmann Band besteht aus den Musikern G. Eggert, D.Rudolf, L. Düseler, M. Geiße, W. Altmann, C. Apel und Martin Rühmann. Es ist eine liedhafte Musik mit Anklängen an Folk oder Jazz. Die Worte der Lieder stammen von Martin Rühmann,aber auch von Hannes Wader oder Gundermann.
Die Themen: Frieden, soziale Gerechtigkeit und Bewahrung der Umwelt.
(Dieser Auftritt wird gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt.)
Aufruf und Programm| Rundbrief

Begleitprogramm: Umrahmt wird die Veranstaltung auf dem Magdeburger Domplatz ab 10:30 Uhr vom traditionellen Markt der Möglichkeiten. Initiativen, Organisationen und Unternehmen informieren über ihre Arbeit und ihr ziviles Engagement. Eine entsprechende Versorgung gibt die Möglichkeit, sich zu stärken.
Bild Zweite GedächtnisFahrradfahrt
Die Fahrt durch Magdeburg führt an Orte, die an Kriegsursachen und Auswirkungen, an Täter und Opfer erinnern und mahnen.
Beginn: 8.00 Uhr Magdeburg-Neustädter Bahnhof, Gröperstraße
die Fahrt führt zum Friedensweg auf dem Domplatz |
Kontakt: H. Schrader, Mobil: 01525 - 6977520
 
Aufruf zum anti-Kriegstag / Welt-Friedenstag (Ostermarsch) 2021

Bundeswehr giert

Bundeswehr giert. Kurzes Motto – klare Feststellung. Deutschlands Militär greift an. Das Verteidigungsministerium twittert ein Zitat des Bundeswehr-Generals Zorn: „Drohnen sind aus aktuellen und zukünftigen Konflikten nicht mehr weg zu denken.“ Damit meinen Ministerin Kramp-Karrenbauer und ihr General bewaffnete Drohnen. Bewaffnete Drohnen sind Angriffswaffen. Zweck ist unverkennbar nur die Tötung unliebsamer Personen. Wir können dies deutlich am NATO-Partner USA sehen. Der Partner nennt die ermordeten Personen anschließend Terroristen. Dabei ist es die Bewaffnung der Drohne, die den Terror verursacht. Wer in einem Gebiet lebt, über dem die Drohne schwebt, spürt die ständige Gefahr: Ich kann ohne Vorwarnung das Opfer eines Angriffs werden. Kein Tag, keine Stunde ohne Angst! Manche Bedrohte werden depressiv, manche flippen aus. Für welchen aktuellen Konflikt will die Bundeswehr die Angriffsdrohnen einsetzen? Denkt Herr Zorn dabei an Mali oder Afghanistan? Wo will er zukünftige Konflikte sehen? Denkt er an Ziele in Russland oder in China? Militär, das ständig dabei ist, sich selbst zu begründen, macht sich seine Feinde.

Die Bundeswehr giert nach Fläche. Bereits im August 1994 erfolgte ihre Landnahme eines 232 Quadratkilometer großen Geländes aus unserer Colbitz-Letzlinger Heide. Mindestens aus dem südlichen Teil sollte sie nach politischen Verhandlungen wieder abziehen. Die Bundeswehr verblieb aber beharrlich auf dem annektierten Terrain. Eine Bundeswehr zieht sich nicht zurück. Sie bastelt sich stattdessen ihre Lobby. So knickten die hiesigen Landespolitikerinnen ein. Mit ihnen die Landespolitiker. Sie beharrten nicht mehr auf dem ehedem unterzeichneten Heidekompromiss. Das Zwischenergebnis ist ungehemmter Kriegsübungsbetrieb. Jetzt noch auf einer durch die Manöverstadt Schnöggersburg zusätzlich versiegelten Fläche. Alles über einem natürlichen Trinkwasservorkommen. Bundeswehr zerstört Natur.

Die Bundeswehr giert nach Nachwuchs. Die Bundeswehr kommt in die Schulen. Nur auf Einladung, aber sie wird oft eingeladen. Ihre Jugendoffiziere reklamieren für sich, dass sie nicht werben, aber informieren dürfen. Die Information ist einseitig – also Werbung. Der erste Generalinspekteur der Bundeswehr rief den Tätigkeitsbegriff „Jugendoffizier“ vor 63 Jahren ins Leben. Er umriss als ihre Aufgabe, „eine allgemeine Wehrbereitschaft bei allen Teilen der Jugend durchzusetzen“. Dieser General hieß Heusinger und war zuvor Wehrmachtsgeneral. In der Tradition der Wehrmacht will sich die Bundeswehr aber nicht sehen. So motivieren Jugendoffiziere heute die Schüler in den Schulen, sich an das Karrierecenter der Bundeswehr zu wenden. Dort besteht die Macht des Augenblicks, Schüler ergreifend zu influenzieren. Und Schülerinnen auch. Den Rest an Wankelmütigkeit der geköderten Schüler beseitigen fetzige YouTube-Videos und anlockende Plakate. Diese hängen überall in Magdeburg. Hier residieren Jugendoffiziere und Karrierecenter unter derselben Adresse. Kein Zufall.

Die kalten Krieger können es nicht lassen. Nicht Deutschland, sondern Honduras hat als 50. Mitgliedstaat der UN den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen ratifiziert. Damit ist das UN-Atomwaffenverbot im Januar 2021 in Kraft getreten. Deutschland will nicht Teil dieses Vertrages sein, weil die NATO es nicht will. Die Bundeswehr bleibt seit über 60 Jahren Funktionsträgerin der nuklearen Teilhabe. Sie stellt für die von den USA in Büchel/Rheinland-Pfalz vorgehaltenen 20 Atombomben die Trägerflugzeuge und die Piloten.

Die Bundeswehr verlangt für neues Material exorbitante Investitionen. Militärausgaben sollen als fixer Prozentsatz des Bruttoinlandprodukts festgesetzt werden. So wollen es die deutsche Regierung und die NATO. Diese Rüstungsausgaben werden dem Haushalt entnommen und werden so sozialisiert. Im Ergebnis sind es gigantische Umverteilungen an die Rüstungsindustrie, besonders die deutsche. Der Reichtum einzelner wächst schneller als die gesamte Wirtschaft. Die Spaltung der Gesellschaft verfestigt sich. Mit unheilvollen Folgen für das demokratische Zusammenleben. Die Demokratie ist im Kapitalismus zur Plutokratie geworden. Hier ebenso wie schon längst in den USA.

Strebst Du auch nach einer demokratischen Gesellschaft ohne tarnfleckige Gier? Dann schließe dich uns an!

Aufruf

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen sowie Strukturen angehören, beziehungsweise einer rechtsextremen Szene zuzuordnen oder die in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zugang zur Veranstaltung zu verwehren, beziehungsweise von dieser auszuschließen!

 

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29.08.2020
Ostermarsch(nachgeholt) 2020 in Burg

 
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Unser Ostermarsch bei Pandemiegeschehen braucht verantwortungsbewusstes Handeln der Teilnehmer*innen.
Als Vorsichtsmaßnahme sind die Kontaktdaten der Teilnehmenden bei uns mittels ausgefülltem Zettel
zu hinterlegen. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass es zu ansteckenden Kontakten gekommen
ist, werden wir diese Angaben ausschließlich an das Gesundheitsamt übermitteln, nicht an Dritte. Nach vier
Wochen werden diese Angaben ungesehen gelöscht bzw. geschreddert. Sollte der Ostermarsch im April
nicht möglich sein, wird er am gleichen Ort und mit dem gleichen Programm am 5. Sept. 2021 nachgeholt.

 

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Kontakt:info(at)offeneheide.de

Letzte Änderung 21.09.2021